Kredit

Leihgabe

Mit Lendico, Kreditech und Co. zeigen sie ihren Kunden den digitalen Weg zum Kredit. Die Kreditvergabe an Kunden mit schlechter Bonität hat einmal die globale Finanzkrise ausgelöst.

So kommt der Glaube wirklich in die Luft

Die Schuldner beanspruchen zu viele Darlehen, die sie dann nicht mehr ausreichen. Infolgedessen müssen Gläubiger - insbesondere Kreditinstitute - ihre Ansprüche ausbuchen und weniger Darlehen gewähren. Doch um eine solche Krise wirklich zu erfassen, muss man zunächst einmal wissen, wie Darlehen tatsächlich zustande kommen und wie exakt Kreditinstitute und andere Finanzinstitute vorgehen.

Unglücklicherweise repräsentieren diese Werke in der Regel das Finanzwesen und die Kreditvergabe nicht. Viele Missverständnisse über Kreditvergabe gibt es in Leitbüchern (siehe z.B. Werner 2014 und S&P 2013). Danach wird der Zugang zu Krediten durch die Ersparnisse der privaten Haushalte begrenzt und die privaten Haushalte müssen auf den Verbrauch von Krediten verzichtet werden.

Deshalb gibt es auch einen Wettbewerb um Ausleihungen. Wenn die Regierung beispielsweise Darlehen zur Finanzierung des Defizits aufnimmt, würde sie die Firmen von diesen Darlehen abbringen und damit ihre Investitionen reduzieren. Gemäß der "Theorie der Fremdmittel" ist das Angebot an Krediten in einer Zeitspanne durch die Budgeteinsparungen der gleichen Zeitspanne begrenzt.

Zum einen erhöht der Verzicht der Verbraucher das Darlehensangebot und zum anderen herrscht Wettbewerb um die knappen Ersparnisse. Zur Verdeutlichung führen Mankiw/Taylor und Krugman/Wells folgende Formel an (Details in MT, S. 689-690 und in KW, S. 815-816): Die Formel (1) wird nun wie folgt gedeutet (MT, S. 692): "Das Geldangebot kommt von jenen Menschen, die einen (derzeit überschüssigen) Teil ihres Geldes sichern und ausleihen wollen.

Die Einsparung[ ist] die Ursache der Kreditversorgung. Der Kreditbedarf kommt von privaten und gewerblichen Kunden, die Mittel für die Investition (Hauskäufe oder neue Maschinen) aufbringen wollen. Investition [ist] die Ursache der Kreditnachfrage. "Der Gleichgewichtszinssatz am Kapitalmarkt wird dann am Kreuzungspunkt einer zinssteigernden Zinskurve (= Kreditangebotskurve) und einer zinssenkenden Anlagekurve (= Kreditnachfragekurve) ermittelt.

Wenn sich die privaten Haushalte nun entschließen, weniger zum selben Zinssatz zu verbrauchen, würden sie den verfügbaren Sparbetrag anheben, die Spar-/Kreditangebotskurve würde sich nach oben verlagern und der Zinssatz würde fallen (KW, S. 825; MT, S. 696). Sollte der Bund Haushaltsdefizite erkennen, müsste er sie mitfinanzieren. Durch das Haushaltsdefizit reduzierte er jedoch das Angebot an Einsparungen für die Unter-nehmen.

Taylor und Mankiw (S. 698):"[W]Wenn die öffentliche Hand Mittel zur Deckung des Haushaltsdefizits einsetzt, verringert sie das Kreditangebot für Haushalte und Betriebe zur Deckung ihrer Investitionsprojekte. "Das Land würde den Firmen die Darlehen entziehen und es gäbe Wettbewerb um die wenigen "Fremdmittel".

Nachfolgend soll nun aufgezeigt werden, dass die Vergabe von Krediten in Wirklichkeit nie durch Ersparnisse und Verzicht auf Konsum begrenzt ist und dass der Staat die Firmen auch nicht mit Krediten weglockt. Stattdessen trifft in der Regel genau das zu, was die Theorie der verleihbaren Fonds und ihre Vertreter glauben: Eine größere Sparquote der privaten Haushalte und des Staats neigt dazu, dass die Mittel für die Betriebe knapp und nicht üppiger werden und die Kapitalanlagen sinken statt zunimmt.

Dies hat im Wesentlichen damit zu tun, dass die Vertreter dieser These nicht zwischen den völlig verschiedenen Begriffen "Sparen" und "Kreditvergabe" differenzieren. Ein Wirtschaftssubjekt erspart ( "S"), wenn es weniger verbraucht als sein Ertrag (Y) (C): Die Sparer steigern ihr Nettovermögen (RV) durch Ersparnis ("RV") (siehe Stobbe 1994). Nettovermögen (auch Eigenmittel für Firmen genannt) ist die Gesamtheit der Sachanlagen (Häuser, Anlagen usw.), der monetären Forderungen (Kredite, Obligationen, Geld) abzüglich der Schulden (Geldschulden): Bei der Vergabe von Darlehen ändert jedoch niemand sein Nettovermögen (mehr zum Spar-Konzept finden Sie bei Schmidt 2012).

Das Kreditgeschäft ist eine rein finanzielle Transaktion. Es handelt sich dabei um Geschäfte, die derzeit nicht zu einer Veränderung des Nettovermögens, d.h. zu Einsparungen geführt haben (Stobbe 1994, S. 100). Dies sollte zunächst durch die Vergabe von Bankkrediten nachgewiesen werden. Gewährt eine Hausbank ein Darlehen, steigert sie im selben Arbeitsschritt sowohl ihre monetären Forderungen - die Darlehensforderung gegenüber dem Darlehensnehmer - als auch ihre Verpflichtungen.

Sie vergrößert ihre Verschuldung, weil sie dem Kreditnehmer Bankeinlagen auf ihrem Bankkonto anerkennt. Diese Bankeinlage ist eine Verbindlichkeit der Hausbank und eine Forderungen des Kreditnehmers gegenüber der Hausbank. Durch dieses Gesetz wird Gelder - genauer: Bankeinlagen - erzeugt, die es bisher nicht gab (Deutsche Bundesbank 2015, S. 76; McLeay et al. 2014, S. 3 ff.).

So erschafft die Hausbank "aus dem Nichts" Bargeld. Da sich die Forderungen und Verbindlichkeiten um den selben Wert erhöhten, hat sich das Nettovermögen der Gesellschaft nicht geändert (Tabelle 1 links). Niemand hat gerettet und niemand musste seinen Verbrauch für die Kreditgewährung begrenzen - und doch wurde ein neues Darlehen angelegt.

Die Darlehensnehmerin erweitert auch ihre Bilanz: Sie hat größere Ansprüche - das ist der erhöhte Saldo bei der Hausbank - und sie hat größere Verbindlichkeiten - ihr Darlehen bei der Hausbank (Tabelle 1 rechts). Die Nettovermögenswerte der Darlehensnehmerin haben sich nicht geändert, so dass sie ihr Nettovermögen nicht geändert hat und somit kein Vermögen gespeichert oder veräußert hat.

Selbst Wirtschaftssubjekte, deren Verschuldung nicht als Zahlungsmittel anerkannt wird wie die der Kreditinstitute, können Darlehen gewähren. Diese Wirtschaftssubjekte sind beispielsweise Kassen oder Versicherungsgesellschaften, die im Unterschied zu Kreditinstituten eigentlich nur Finanzmittler sind, da sie das gesamte von ihnen verliehene Kapital erst aufnehmen (oder verdienen) müssen. Wenn Sie kein Darlehen anlegen und gewähren können, tauschen Sie Ihr bestehendes Kapital gegen eine Forderung aus (Tabelle 2).

Dies verändert zwar die Struktur der finanziellen Vermögenswerte, aber nicht die Summe des Nettovermögens: Die Darlehensnehmerin erweitert erneut ihre Bilanzen wie in Tab. 1 (rechts), da sie sowohl ihren Kassenbestand als auch ihre Verschuldung aufstockt. Dabei ist zu beachten, dass die Theorie der leihbaren Mittel auch dann nicht richtig wäre, wenn die Handelsbanken keine Darlehen gewähren würden, sondern nur die reinen Finanzintermediäre:

Die von diesen Finanzintermediären ausgeliehenen Gelder stammen letztendlich von der Notenbank (sog. Notenbankgeld, das aus Barmitteln und Guthaben bei der Notenbank besteht). Es sind die Kreditinstitute, die Notenbankgeld ohne Ersparnisse von der Notenbank aufnehmen (der Prozess in Tab. 1 findet auch Anwendung, wenn eine Handelsbank von der Notenbank Gelder leiht) und diese dann für andere Kreditinstitute zur Verfuegung stellt.

Ein Privatmann oder ein Unternehmer kann Geld nur dann bei einer Hausbank hinterlegen oder einem einfachen Finanzvermittler zur Kreditvergabe zur Verfügung stellen, wenn er es zuvor bei einer anderen Hausbank abhebt. Doch auch diese Entnahme und Hinterlegung von Barmitteln hat nichts mit Ersparnis zu tun, da das Nettovermögen der an diesen Geschäften teilnehmenden Wirtschaftssubjekte unverändert bleibt.

Sie sehen also, dass das Speichern nicht notwendig ist, um ein Darlehen anbieten zu können. Der Gedanke, dass die Sparsamkeit gleichbedeutend mit der Kreditgewährung ist, ist schlichtweg ein Irrtum. Die Tatsache, dass Kreditinstitute Bankeinlagen "aus dem Nichts" anlegen können, heisst jedoch nicht, dass die Vergabe von Krediten völlig unbegrenzt ist. D. h. wenn eine Hausbank neue Bankeinlagen auf Pump erstellt, muss sie diese gegebenenfalls in Notenbankgeld umtauschen können.

Die Kommerzbank benötigt Notenbankgeld, wenn jemand sein Guthaben in Form von Bargeld von der Hausbank abzieht und - was noch viel bedeutender ist - wenn jemand sein Scheckgeld auf ein Bankkonto bei einer anderen Hausbank einzieht. Wenn ein Kunde seine Bankeinlagen von der A auf ein Bankkonto bei der B-Bank übertragen möchte, muss die A-Bank der B-Bank Zentralbankguthaben auf ihr Zentralbankkonto transferieren (Geschäftsbanken führen in der Regel Bankkonten bei der Zentralbank).

Verfügt die Sparkasse A nicht über Notenbankgeld, kann sie es von anderen Kreditinstituten über den Interbankmarkt oder von der Notenbank ausleihen. Die zweite Beschränkung für die Schaffung von Krediten und Geld aus dem Nichts ist die Zahlungsfähigkeit der Gläubiger. Wenn ein Gläubiger sein Darlehen nicht mehr bedient, muss die Hausbank das Darlehen ausbuchen.

Liegt das Grundkapital aufgrund zu vieler ausgefallener Darlehen bei Null oder gar im negativen Bereich, muss die Hausbank erneut einen Insolvenzantrag stellen. Zum Dritten begrenzt das regulatorische Kapital die Ausleihe. Wenn sie ihre Ausleihungen beispielsweise durch eine Verlängerung ihrer Bilanz erweitern wollen, müssen sie auch ihr Kapital aufstocken. Falls die Hausbank ihr Aktienkapital nicht aufstocken kann, z.B. weil niemand ihre Anteile erwerben will, kann sie keine weiteren Darlehen gewähren.

Aber was würde geschehen, wenn die Ökonomen - Firmen, Privathaushalte, der Bund - im Sinn der Leihkassentheorie agieren würden, d.h. mehr Geld einsparen in der Erwartung, dass dadurch mehr Darlehen vergeben würden? Mit höheren Ersparnissen der privaten und öffentlichen Hand werden die Unternehmensinvestitionen tendenziell sinken und die Zinssätze anwachsen.

Zudem kann gezeigt werden, dass Darlehen oft eine Grundvoraussetzung für das Ersparnis sind. Zunächst muss präzisiert werden, wie sich die Erträge der verschiedenen Branchen zusammensetzen und wie sich konkret die Umsatzerlöse und Erträge der Gesellschaften entwickeln. Der Einfachheit halber gehen wir von einer geschlossenen Volkswirtschaft aus, in der es Firmen, Privathaushalte, Banken und Staaten gibt.

Es werden Konsum- und Anlagegüter produziert, Mitarbeiter eingestellt und Gehälter gezahlt. Privathaushalte erwerben Verbrauchsgüter und geben ihre Arbeit gegen Entgelt ab. Das Land leistet gemeinnützige Dienste, rekrutiert Angestellte, tätigt Investitionen in die staatliche Infrastuktur und zieht Abgaben ein. So kann das zur Verfügung stehende Haushaltseinkommen beschrieben werden:

Konsumausgaben sind Konsumausgaben; Verbrauch selbst ist c; private Haushalte bekommen Gehälter von Betrieben u und als Staatsbedienstete oder Staatsbedienstete; sie bekommen Zinsen über ihre Guthaben bei Banken; sie bekommen Überweisungen vom Bund (Renten, Erziehungsgeld, Arbeitslosenunterstützung usw.) und bezahlen Steuer: Es ist zu berücksichtigen, dass der Verbrauch zweimal mitgerechnet wird: Der Verbrauch wird:

Die Anschaffung von Konsumgütern ist ein Aufwand, der vom Ertrag abhängt. Doch auch der Verbrauch muss gut eingeschätzt werden, sonst wäre das Ergebnis immer nur so hoch wie der Lohn und die Netto-Transfers minus Verbraucherausgaben (d.h. immer kleiner als die Gehälter und Netto-Transfers bei positivem Konsum). Auch der Verbrauch wird als günstig eingestuft, da die privaten Verbraucher ihre eigenen Verbrauchsgüter herstellen und keine Verbrauchsgüter einkaufen.

Weil es sich bei der Herstellung auch um ein Einkünfte handelt, würden selbst hergestellte Verbrauchsgüter das Einkünfte steigern. Die verfügbaren Einnahmen der Firmen (die per definitionem ihrem Profit entsprechen) können so geschrieben werden: Hier ist cRevenue + is,revenue der Gesamtumsatz der Firmen, denn sie produzieren Verbrauchsgüter für den Haushalt und Kapitalgüter für den öffentlichen Sektor, also die öffentlichen Infrastrukturen. tu sind die von den Firmen zu entrichtenden Abgaben.

Durch die Investitionsgüterproduktion iu, die die Betriebe für ihre eigene Erzeugung benötigen, werden die Einnahmen und der Profit der Betriebe unmittelbar gesteigert, da es sich um ihren Nutzen handelt (auch wenn es sich nicht um eine Aufwendung für den Unternehmensbereich handelt). Die Einnahmen des Staats sind: Verbrauch (gleich den für die erbrachten Leistungen der Daseinsvorsorge, die in der amtlichen Statistiken als Staatsverbrauch erfasst werden) und Investitionsausgaben wie für private und gewerbliche Kunden sind günstig berechnet, die zugehörigen Aufwendungen sind dagegen niedrig. tu+h sind die von den Betrieben und privaten Kunden vereinnahmten Abgaben und tragen die an die privaten Kunden ausgezahlten Umlagen.

Aus Vereinfachungsgründen gehen wir davon aus, dass die Kreditinstitute keinen Profit machen, sondern dass ihre Zinserträge (von Firmen und dem Land für bereits gewährte Kredite) ihren Zinsaufwendungen (für die Guthaben der Haushalte) entsprechen: Anhand der Einkommensgleichung lässt sich leicht erkennen, dass jedes Einkommen einer Belastung entspricht: Das Lohneinkommen der privaten Haushalte ist die Lohnausgabe des Staats und der Konzerne; die Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte sind das Einkommen aus dem Verkauf von Konsumgütern durch Betriebe; die von Betrieben und Privathaushalten bezahlten Abgaben sind die Staatseinnahmen, und so weiter.

Werden von allen Aufwendungen alle Erträge abgezogen, ist die Gesamtsumme Null: Diese Formel kann entsprechend den Erträgen und Aufwendungen der Gesellschaften umgerechnet und dann in der Ergebnisgleichung der Gesellschaften verwendet werden (Gleichung 8): So wird die Ertragsgleichung der Firmen in Anlehnung an die Einnahmen-Ausgaben-Salden der privaten Haushalte und der öffentlichen Hand, d.h. deren Ersparnisse, ermittelt.

Die erste Gruppe umfasst die Sparquote der privaten Haushalte abzüglich ihrer Verbrauchsausgaben; die zweite Gruppe umfasst die Sparquote des Bundes (Steuereinnahmen abzüglich Transfer-, Lohn-, Investitions- und Zinsausgaben). Daraus geht hervor, dass die Gewinne der Unternehmen von den Ersparnissen der privaten und öffentlichen Hand abhängen:

Um so weniger die privaten Haushalte für ihr verfügbares Bruttoeinkommen aufwenden, umso niedriger sind die Erlöse. Gleiches trifft auf den Zustand zu: Wenn er sein Fehlbetrag reduziert oder gar einen Überschuß erzielt, fallen die Profite der Unterneh-mens. Dies ist auch logisch: Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte und staatliche Ausgaben für Kapitalanlagen sind der Umsatz der Firmen; wenn der Staat seine Transfer- oder Lohnauszahlungen reduziert, sinkt das zur Verfügung stehende Haushaltseinkommen, so dass sie weniger Mittel für den Verbrauch haben, usw., und so weiter.

Was, wenn die privaten Haushalte und der Staat auf einmal mehr einsparen? Ihre höheren Ersparnisse führen nicht zur Aufnahme von Fremdkapital, sondern zu einer Reduzierung des Unternehmensumsatzes und - wenn die Firmen ihre Aufwendungen für Lohn, Steuer und Zins nicht ändern - auch zu einer Reduzierung ihrer Erlöse.

Die Rettung der restlichen Volkswirtschaft beraubt daher die Firmen der Mittel. Andererseits, wenn die privaten und staatlichen Stellen mehr investieren würden, als sie verdienen, hätten die Firmen mehr Mittel zur Hand, die sie beispielsweise für Anlagen verwenden können. Daraus kann man schließen, was Firmen wohl tun würden, wenn private und staatliche Einrichtungen mehr einsparen: Das ist der Fall:

Zudem werden die Firmen aus Kostengründen weniger Geld anlegen, da die höheren Ersparnisse der übrigen Volkswirtschaften ihr Risiko einer Unternehmensinsolvenz erhöhen. Aufgrund der Kaufzurückhaltung der Haushalte und des Staates haben sie weniger Umsatz aus dem Konsum- und Investitionsgüterverkauf (cRevenue + is,Revenue). Die Insolvenzwahrscheinlichkeit ist umso höher, je kleiner die Abweichung zwischen Umsatz und Zinsleistung ist.

Dies bedeutet, dass die Investitionstätigkeit aus zwei verschiedenen Ursachen in der Regel von den Ersparnissen der privaten und öffentlichen Hand abhängt: Die Einsparung von Haushalten und Staat bedeutet zum einen, dass bestehende Werke weniger stark genutzt werden und zum anderen steigt das Risiko einer Unternehmensinsolvenz. Denn Kredite sind mehr eine Grundvoraussetzung für das Sparverhalten als umgedreht.

Nehmen Firmen beispielsweise einen Darlehensvertrag auf und stellen Mitarbeiter ein und bezahlen daraus den Lohn, so ist das Haushaltseinkommen vom Darlehen abhängig. Doch erst wenn sie über ein eigenes Geld verfügten, können sie bestimmen, wie viel sie für Verbrauchsgüter aufwenden und wie viel sie einsparen. Die Ersparnis ist dann eine Konsequenz der Ausleihe.

Gleiches trifft auf den öffentlichen Sektor zu: Wenn er einen Darlehensvertrag abschließt, um Menschen für den Öffentlichen Sektor zu engagieren oder staatliche Investitionsvorhaben zu tätigen, generieren private und gewerbliche Kunden Einkünfte, die sie verbrauchen oder einsparen. Das Darlehen wäre auch hier eine Grundvoraussetzung für das Speichern, nicht dessen Nachwirkung. Eine Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte ist für neue Kredite keine Grundvoraussetzung, denn die Kreditinstitute nehmen Kredite "aus dem Nichts" in Anspruch.

Die übermäßige Zurückhaltung der privaten und staatlichen Verbraucherinnen und Verbraucher bewirkt nicht mehr Mittel für die Betriebe, sondern weniger Mittel durch sinkende Erlöse. Beispielsweise erhöhen die Ersparnisse der privaten und staatlichen Hand das Risiko, dass Firmen in Konkurs gehen, weil sie einen niedrigeren Cashflow haben, aus dem sie ihre Schulden bedienen können.

Wenn die Kaufzurückhaltung der Verbraucher und die staatlichen Ersparnisse erhalten bleiben, werden die Investitionsausgaben in der Regel geringer sein. Die Kreditnehmer verwenden ihre Kredite zur Finanzierung von Kosten, der übrige Teil der Volkswirtschaft erwirtschaftet Einnahmen, aus denen dann Einsparungen erzielt werden können. Die Kreditvergabe ist daher wichtiger als die Einsparung.

Hier wird nicht mit Bargeld bezahlt, sondern mit den Gütern, die die Firmen mit Hilfe der jüngeren Generationen - den Mitarbeitern - erwirtschaften. Ihre Getreideernte wird von den Betrieben als Lohn an die Arbeiter (die Jungen) und als Interesse an die alten Generationen verteilt. Junge Menschen können bestimmen, wie viel von ihrem Weizen sie verzehren (konsumieren) oder an Firmen für Interesse (ihre Ersparnisse) verleihen.

Weil die Betriebe die gesamte Produktion bereits ausgeschüttet haben, benötigen sie für die kommende Zeit neues Weizensaatgut aus den eigenen vier Wänden, um es aussäen, d.h. anlegen zu können. Ältere und junge Menschen können nicht richtig fressen, d.h. aufbrauchen.

Eine Kaufzurückhaltung junger Menschen ist daher für ihre Kredite und damit für Investitionen der Unternehmen vonnöten. Wie in der Theorie der Kreditfonds unterstellt, sind also Angebot, Sparen und Nachfrage nach Investitionen eigentlich gleich, und Investitionen können nur getätigt werden, wenn zuvor eingespart wurde. Jung und Alt bekommen die Ernten, aber sie bekommen kein Bargeld, mit dem sie Getreide erwerben können oder nicht.

Entsprechend gibt es für die Betriebe keine Verkaufsprobleme, denn sie vertreiben ihren Getreide überhaupt nicht, sondern direkt nach der Lese. Es würde kein Bargeld geben, weil es nicht gegessen oder gepflanzt werden kann und es geht nicht wie Mehl ab. Dt. Bank of Germany (2015): Money and Monetary Policy, Frankfurt, https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Schule_und_Bildung/geld_und_monetary_politik.pdf?

Ein: In: Vierteljährliches Bulletin der Bank of England, S. I-14. LINDER, F. (2015): L ässt sich durch meine Ersparnis das Kreditangebot erhöhen? Ein: In: Weltwirtschaftsbericht 4, S. 1-26. Schmidt, J. (2012): Retten - Verfluchung oder Einsegnung?

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